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Interview mit B.C. Schiller

 

B.C. Schiller - Rattenkinder




Barbara und Christian, Sie sind ein erfolgreiches Autorenduo, das bekannt ist für seine packenden Thriller. Mit den E-Books um den Ermittler Tony Braun stürmen Sie seit geraumer Zeit die E-Book-Bestenliste – wie kam es zu der Idee, Thriller zu schreiben?


Als passionierte Thriller-Leser und kreative Menschen hatten wir schon immer eine blühende Phantasie und erzählten uns im Urlaub aus dem Stegreif spannende Geschichten. Nach und nach entstand ein echter Thriller mit einer charismatischen Hauptfigur. Wir waren unglaublich stolz, als wir das Manuskript unseres ersten Thrillers schließlich abgeschlossen hatten.

Sie haben Ihre E-Books zunächst als Self-Publisher, ohne die Unterstützung eines Verlags veröffentlicht. Warum haben Sie diesen Weg gewählt?


Wir haben für unseren ersten Thriller „Töten ist ganz einfach“ relativ schnell eine renommierte Literaturagentur gefunden, erhielten aber leider nur Absagen von Verlagen. In der Zwischenzeit hatte Amazon mit „Kindle Direct Publishing“ eine Plattform ins Leben gerufen, die uns als eine attraktive Alternative für die Veröffentlichung erschien. Der erste Thriller um Chefinspektor Tony Braun fand sofort eine breite Akzeptanz bei den Lesern und bereits das zweite Buch schaffte es auf Platz eins der E-Book-Bestseller Charts.

Ihr neuer Tony Braun-Thriller „Rattenkinder“, der am 8. Oktober 2015 bei Bastei Lübbe erscheint, ist der erste Titel, der bei einem Verlag veröffentlicht wird. Wie kam es zu dem Wechsel?



Die Tony Braun-Serie und auch unsere anderen Thriller waren sehr erfolgreich und schafften es immer auf Platz eins der Amazon-Bestsellerliste im Kindle Shop. So wurden schließlich Buchverlage auf uns aufmerksam. Bastei Lübbe hat uns den Vorschlag gemacht, einen neuen Tony Braun-Thriller in ihrem Verlag zu publizieren. Uns hat das positive und innovative Auftreten des Verlags und des dahinter stehenden Teams überzeugt und deshalb haben wir zugesagt.

Was sind die Unterschiede zum Self-Publishing?


Die Unterschiede liegen vor allem in den vielen Arbeitsschritten, die es im Self-Publishing-Bereich natürlich so nicht gibt. Es gibt einen riesigen Marketing- und PR-Apparat, der die Veröffentlichung unseres Thrillers professionell unterstützt, es gibt ein tolles Lektoren-Team und natürlich eine sehr motivierte Vertriebsmannschaft. Ein weiterer Unterschied sind die langen Vorlaufzeiten bei einem Verlag, da bei soviel beteiligten Personen alles natürlich im Vorfeld koordiniert und geplant werden muss. Beim Self-Publishing wird einfach das lektorierte Buch hochgeladen und fertig.

„Entscheidend ist, den Leser auf eine emotionale Reise mitzunehmen, ihn soweit zu verführen, dass er gemeinsam mit den Hauptfiguren Lust und Frust, Freude und Leid hautnah miterlebt“ heißt es auf Ihrer Homepage. Wie erreichen Sie dieses Ziel?


Indem wir unsere Stories extrem spannend gestalten und unseren Figuren Tiefgang verleihen, damit unsere Leser die Beweggründe unserer Protagonisten nachvollziehen und mitfiebern können. Dadurch schaffen wir eine emotionale Spannung, die wesentlich tiefer geht als der herkömmliche Thrill. Unsere Stories kennzeichnen auch interessante Charaktere und verschiedene Handlungsstränge, die den Leser zunächst immer wieder auf falsche Fährten führen, sich gegen Ende aber wie kleine Mosaiksteinchen zusammensetzen und in einem furiosen Finale münden.

„Rattenkinder“ ist der neue Tony Braun-Thriller. Worum geht es?


Die Angst hat einen neuen Namen: Viktor Maly.
Der Thriller handelt von dem geheimnisvollen Viktor Maly, der als Patient einer psychiatrischen Klinik nicht nur gerne mit Ratten spielt, sondern auch mit Menschen. Als eine junge Mutter grausam zugerichtet auf einer Parkbank gefunden wird, findet man neben ihrem quicklebendigen Baby - einen Rattenschädel. Und der einzige verschlüsselte Hinweis, den Chefinspektor Tony Braun erhält stammt ausgerechnet von Viktor Maly, der mehr über den Fall zu wissen scheint. Doch er lebt seit über einem Jahr in der geschlossenen Anstalt in seiner eigenen Welt ohne Kontakt nach draußen. Dann geschieht eine weitere Bluttat. Und es gibt wiederum nur einen Hinweis – von Viktor Maly ...
Schon bald erkennt Chefinspektor Tony Braun, dass er von ihm zu einem mörderischen Zweikampf herausgefordert wird.

Das klingt nach einem besonders spannenden Fall für den Ermittler. Was macht Tony Braun für die Leser so einzigartig?


Tony Braun ist ein emotionaler Bulle, der hauptsächlich nach seinem Bauchgefühl agiert und sagt was er denkt. Er schert sich nicht um Konventionen, ist bodenständig und wirkt auf den ersten Blick ruppig, hat aber ein sensibles Innenleben. Einzigartig und liebenswert an ihm sind auch seine diversen Ticks wie das Sammeln von Langspielplatten, das Tragen seiner immer gleichen schwarzen Anzüge und Springerstiefel und seine Gespräche mit dem philosophischen Wirt Kemal. Das alles und seine sehr direkte Art machen ihn zum Liebling der Leser.

Genau richtig, um nach dem E-Book-Sektor nun auch das Taschenbuch zu erobern. In den Amazon-Bestsellerlisten sind Sie regelmäßig vertreten. Was sind Ihre Ziele für das Taschenbuch?


Es ist der bisher schwärzeste und tiefgründigste Fall für Tony Braun. Wir haben einen vielschichtigen Thriller geschrieben, der den Leser von der ersten Seite an packen und bis zum dramatischen Ende nicht mehr loslassen wird. Unser Ziel ist es, die Herzen der Buchhändler und der Leser mit Tony Braun zu erobern. Sobald wir das geschafft haben, dann freuen wir uns natürlich auch, wenn man unsere „Rattenkinder“ auf der Bestsellerliste findet.

Man liest immer wieder, dass Barbaras „Bizarre Erlebnisse in Osteuropa“ eine Inspiration für Ihre Romane sind, genauso wie Christians Interviews mit Schwerstkriminellen. Was genau haben Sie hier gelernt, dass in die Bücher einfließt?


Barbara: Ich habe die harte Mentalität von Geschäftsleuten aus dem Osten kennengelernt, wo es verpönt ist, von seinen Zielen abzuweichen. Dabei spielt Geld eine größere Rolle, als der Mensch. Als ich für eine osteuropäische Firma in Warschau arbeitete, musste ich für die Frau des Chefs eine Modekollektion besorgen. Ich durfte nur mit zwei Leibwächtern das Hotel verlassen und die beiden haben alle Kunden aus der Nobelboutique vertrieben, damit ich ungestört war. Das war ziemlich bizarr, zwischen eingeschüchterten Verkäufern und bewaffneten Männern eine Auswahl zu treffen.

Christian: Das Interview mit dem österreichischen Serienmörder Jack Unterweger war eine beindruckende Erfahrung, aber natürlich war es sehr beklemmend und man konnte die böse Aura direkt spüren. Ich hatte immer das Gefühl, dass eine falsche Frage ihn zum Explodieren bringen könnte. Am Erschreckendsten an Jack Unterweger waren die mangelnde Empathie und sein grenzenloser Narzissmus. Er hatte überall an den Wänden lebensgroße Poster von sich selbst und mehrere Ordner in denen er alle Artikel seines ersten Mordes abgelegt hatte. Nie kam auch nur ein Wort des Bedauerns über seine Lippen. Es war ein Gefühl, als wäre ich in das Reich des Bösen hinabgestiegen. Dieses Gefühl versuchen wir, natürlich auch bei manchen düsteren Protagonisten zu vermitteln.

Auch in „Rattenkinder“ spielt Osteuropa eine wichtige Rolle und der mysteriöse Viktor Maly scheint ein geeigneter Kandidat für eines von Christians Interviews zu sein…


Viktor Maly ist ein Mann dem nicht nur die Erinnerung fehlt, sondern auch das Mitgefühl für andere Menschen. Unterkühlt und berechnend betrachtet er die Menschen in seiner Umgebung wie ein Forscher. Er kann sie dank seiner Intelligenz geschickt manipulieren. Für ihn ist das Leben ein ewiger Zweikampf, bei dem er immer als Sieger hervorgehen will. Er wäre natürlich ein geeigneter Interviewpartner, von dem man nicht weiß ob er ein Mörder ist oder nicht. Es wäre ein intellektueller Kampf, um ihm die Wahrheit zu entlocken. Und gerade das macht diese Person so spannend.

Die Erfahrungen, die Sie beide bisher im Leben sammeln konnten scheinen eine ganz besondere Inspirationsquelle für Sie beide zu sein. Steckt hinter jedem Ihrer Romane ein wahres Erlebnis?


Nein, alle unsere Romane sind pure Fiktion. Es sind Ideen die wir uns ausdenken und eigene Erlebnisse fließen dabei nicht ein. Es ist alles Phantasie.

Sie schreiben als Duo. Wie kann man sich das vorstellen? Wie arrangieren Sie sich in Ihrer Schreibwerkstatt?


Wir entwickeln gemeinsam eine Story, daraus ergibt sich eine Storyline mit genauer Kapiteleinteilung. Dann schreibt jeder von uns ein Kapitel, wobei Barbara mehr für die brutalen Morde zuständig ist und Christian für die zwischenmenschlichen Beziehungen. Jeder von uns hat ein Faible für bestimmte Protagonisten. Am Ende des Tages werden die geschriebenen Kapitel diskutiert, dann überarbeiten wir gemeinsam die Rohfassung. Dabei geht es mitunter recht heftig zu, aber unser Hund Jabali ist dabei ein guter Mediator. Ist das Buch dann fertig, wird es von uns noch einmal gemeinsam überarbeitet.

Wie entwickeln Sie ihre Ideen und wie gehen Sie damit um, wenn Sie beide verschiedene Meinungen haben?


Wir erzählen uns meistens abends Ideen und daraus entwickelt sich eine Story, es ist wie ein Ping-Pong-Spiel. Ein Satz ergibt den nächsten und schon haben wir die Basis einer Story. Diese wird dann auf ihren Gehalt hin abgeklopft und vertieft. Wir sind häufig nicht einer Meinung und dann stehen die Ideen eben auf dem Prüfstand. Vom Gefühl her wissen wir aber immer relativ bald, welche Story tragfähig ist und welche nicht.

Haben Sie beim Schreiben besondere Rituale?


Die Rituale beim Schreiben sind das morgendliche Laufen mit unserem Hund Jabali und das gegenseitige Vorlesen der am Vortag verfassten Kapitel, um wieder in den Schreibfluss zu kommen. Barbara braucht zum Schreiben absolute Stille, ich hingegen laute Musik. Deshalb haben wir auch zwei Schreibzimmer. Jabali wechselt immer zwischen uns beiden, ist die Musik zu aggressiv, dann bevorzugt er die Stille.

Haben Sie Vorbilder?


Als passionierte Thriller-Leser haben wir ein Faible für Autoren aus dem Norden (Schweden, Norwegen, Dänemark) und den USA. Im Besonderen den US-Autor Jeffey Deaver. Außerdem lieben wir das schreibende Ehepaar Lars Kepler aus Schweden. Genauso wie wir mit unseren exzentrischen sprachlichen Bildern haben auch sie ihren eigenen Stil festgelegt und sind damit sehr erfolgreich.

Thriller sind schon lange eine Ihrer Leidenschaften und letztendlich haben Sie ihr Hobby gemeinsam zum Beruf gemacht. Was gab den Ausschlag dafür?


Unsere durchschlagenden Erfolge im E-Book-Bereich und das Feedback unserer Leser haben den Ausschlag gegeben, uns ausschließlich auf das Thriller-Schreiben zu konzentrieren. Unsere Fans verlangen immer schneller nach neuen Tony Braun-Thrillern, das ließ sich einfach mit unserer Arbeit in der Werbeagentur nicht mehr vereinbaren. Deshalb haben wir die Entscheidung getroffen, nur noch zu Schreiben. Und wir haben es bisher keine Sekunde bereut.

Barbara, Sie waren zunächst als Marketingagentin tätig, während Christian sich als Journalist schon immer dem Schreiben gewidmet hat. Inwieweit haben diese Berufe Ihre Schreibtätigkeit beeinflusst?


Als Marketingagentin musste Barbara ständig neue Ideen haben und diese auch in kürzester Zeit umsetzen. Das bedeutete schnelles Reagieren, pointiertes Beschreiben einer Idee und natürlich eiserne Disziplin.
Bei Christian ist das ähnlich, er musste als Journalist und als Kreativdirektor knapp und punktgenau formulieren und Ideen umsetzen. Auch hier war Disziplin gefragt, denn wenn man vor einem leeren Blatt sitzt und der Kunde auf einen Text wartet, muss man einfach loslegen. Deshalb gibt es für uns auch keine Schreibblockade, sondern wir schreiben täglich unser vereinbartes Pensum. Schreiben ist zwar wunderschön, aber auch harte Knochenarbeit.

Wenn man Ihre Facebook-Seite besucht, merkt man, dass Sie als Marketingspezialisten genau wissen, wie man sich bestmöglich in Szene setzt. Besonders interessant sind die Selfies. Sie geben viel Privates preis. Ist das für Autoren inzwischen wichtig?


Die Vermarktung als Autor bzw. als Autorenduo ist wichtig, da wir ja auch im direkten Kontakt mit unseren Fans stehen. Deshalb möchten wir unsere Fans auch mit Fotos emotional am Entstehungsprozess unserer Thriller beteiligen. Sehr wichtig ist dabei das Social Media-Marketing, wir haben eine Fanbase aufgebaut und diese muss ständig mit Informationen versorgt werden. Außerdem lieben wir es, unsere Stimmungen mit unseren Fans zu teilen. Das Ziel dieser Aktivitäten ist es B.C. Schiller zu einer Marke für anspruchsvolle, harte und düstere Thriller im deutschsprachigen Raum aufzubauen.

Viele ihrer Romane spielen in Österreich, mittlerweile leben sie auch auf Mallorca und in Wien. Tony Braun ist in Linz zu Hause. Wo sind Sie es?


Unser Chefinspektor Tony Braun ist in Linz in Österreich angesiedelt, weil wir finden, dass Linz als Industriestadt einen ähnlichen düsteren Charme wie Manchester oder Detroit besitzt. Außerdem ist Linz auf der Thriller-Landkarte noch weitgehend unbekannt und deshalb auch für die Leser neu und interessant. Wir selbst leben abwechselnd auf Mallorca in einer kleinen 200 Jahre alten Finca und neuerdings in Wien. Die einsame Finca ist für uns die Ruheoase, in der wir ungestört an unseren Thrillern arbeiten können, während wir in Wien das kulturelle Angebot sehr zu schätzen wissen.

Wird es weitergehen mit Tony Braun? Woran arbeiten Sie im Moment?


Erst vor kurzem haben wir dem Tony Braun-Thriller „Totes Sommermädchen“ ein Prequel – einen „Wie-alles-begann“-Teil – fertiggestellt, in dem der Werdegang von Tony Braun zum Chefinspektor packend geschildert wird. Im Moment arbeiten wir an der Fortsetzung der „Rattenkinder“, denn die Geschichte mit Viktor Maly ist noch lange nicht zu Ende erzählt.


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